„Wieso hab ich Licht? Ich will kein Licht!“ – zum gestrigen Soap&Skin Konzert im WUK


Als ich gestern, viel zu früh für meine Verhältnisse, ins WUK gezogen bin dachte ich zu wissen was mich dort erwartet. Soap&Skin spielte auf und mittlerweile hatte ich doch das Gefühl erahnen zu können wie ein Auftritt jenes jungen Mädels aus dem Süden dieses Landes konzipiert sein muss um als Soap&Skin zu gelten. Berichte von der donnerstäglichen Generalprobe bestätigten mich auch noch in meiner Ahnung und so glaubte ich diesmal nicht überrascht werden zu können. Es kam natürlich anders.

Ich hab Anja Plaschg in der Rolle Soap&Skin mittlerweile 3 mal gesehen und ich beginne immer mehr daran zu zweifeln inwiefern die Rolle noch als solche zu bezeichnen ist oder ob das ganze, so konzeptionell wirkende, Gebilde tatsächlich komplett künstlich erschaffen ist. Hochkomplex ist es in jedem Fall, denn das Werk wächst und entwickelt sich zu etwas heran dessen Größe im Moment noch nicht abschätzbar ist.

Dabei hat alles so begonnen wie ich es mir erwartet habe. Anja kommt auf die Bühne, niemand traut sich zu applaudieren und die Spannung im Saal ist nahezu greifbar, bis zu dem Moment wo wir von der Aufseherin mit einem gehauchten „Danke“ endlich die indirekte Erlaubnis bekommen unserer Spannung akustisch Abhilfe zu verleihen. Hier setzte das ein, was ich mir so nicht erwartet hätte, sie hat das Publikum vollständig im Griff, auch vom Klavier aus, wo sich die ersten beiden Drittel des Konzerts abspielen. Sie gefällt sich in der Rolle als Aufpasserin, sei es denn über ihr Ensemble, über dem Lichttechniker im Saal oder über uns, die wir ja nur, nicht mehr ganz so stille, Beobachter sein dürfen. Sie dirigiert die Musiker, sowie das Publikum bis zu dem Zeitpunkt wo sie im Dunklen Bereich der Bühne verschwindet um nach angebrachtem Jubel für eine kurze a cappella Einlage nochmal den beleuchteten Bereich zu betreten.

Foto: just4ikarus/26768421@N00 // flickr.com. Some rights reserved.

Als das Konzert schließlich nach knapp 60 Minuten zu Ende war wusste ich wieso es bei Spiracle so wichtig war, dass Licht im Saal an und jenes auf der Bühne aus zu machen, denn die Hilfe welche sie in diesem Song so dramatisch einfordert braucht sie nicht mehr, viel eher brauchen wir, die an diesem regnerischen Tag ins WUK gepilgert sind, jene.

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~ von negotiableme - Dezember 10, 2009.

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